Grabbe-Gymnasium Detmold

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Chemie-Olympiade


Im Labor


Sonja Hanebaum (Jahrgangsstufe 13) gehört zu den
60 Besten der Internationalen Chemie-Olympiade in Deutschland

Von Lisa Korte



Detmold. ,,Chemie ist alles, was knallt und stinkt, aber selten nur gelingt" - diese Schülerweisheit gilt nicht für Sonja Hanebaum. Wenn die Abiturientin des Grabbe mit ihrem weißen Kittel und der blau-grünen Schutzbrille im Labor steht, ist sie in ihrem Element.

Doch nicht nur Spaß an der Chemie und Talent, sondern auch Können zahlt sich für sie aus: Sonja Hanebaum gehört zu den 13 besten Teilnehmern der Internationalen Chemie-Olympiade in NRW. Die 19-Jährige mit den kurz geschnittenen brauen Haaren hebt sich von den typischen Klischees ab. Während in der Jahrgangsstufe 13 die Sprachen bei den Mädchen und die Naturwissenschaften bei den Jungen besonders beliebt sind, ist es bei ihr umgekehrt. Als einziges Mädchen ist sie im Physik-Leistungskurs; außerdem belegt sie den Mathematik-Leistungskurs.
"Eigentlich hätte ich am liebsten Chemie-Leistungskurs gehabt", erklärt sie, doch es habe leider zu wenig Interessenten gegeben. Statt dessen lebt Sonja Hanebaum ihr Lieblingsfach anders aus: "Ich hatte von der Physik-Olympiade gehört und ein wenig recherchiert. So kam ich auf die Chemie-Olympiade." Nach der ersten Runde, die Chemie-Lehrer Markus Wischer korrigierte, erreichte sie die zweite Runde. Es waren wiederum Aufgaben für zu Hause, an denen sie "reichliche Zeit gesessen" habe. Wenig später flatterte ihr die Einladung zum "Landesseminar" ins Haus. Die 20 besten Nachwuchs-Chemiker trafen sich in Köln, um den "Chempark" Leverkusen zu besuchen, Vorlesungen zu hören und Übungen rund um Physikalische Chemie, Anorganische Chemie und Organische Chemie zu machen. "Der Kontakt zu anderen Chemikern, die die gleiche Leidenschaft teilen, war einfach super", sagt Sonja Hanebaum nach dem Seminar. Wer in der zweiten Runde am meisten Punkte geholt hatte, kam in die dritte Runde und gehört nun zu den besten 13 Teilnehmern aus ganz NRW - so wie Sonja Hanebaum. Von 138 Teilnehmern aus NRW ist sie mit zwölf anderen "übrig geblieben", um sich nun mit 60 Chemikern zum Auswahlseminar zu treffen.

"Klausuren machen Spaß"
Sonja Hanebaum

Sieben Tage Chemie pur, Vorlesungen, Übungen und zwei Klausuren erwarten sie. "Klausuren zu schreiben macht mir Spaß", erzählt sie und strahlt über das ganze Gesicht. Kein Wunder also, dass auf dem Stundenplan für die Woche in Göttingen fast jeden Abend die Möglichkeit zu "freiwilligen Übungen" steht. Von Ende März bis Anfang April findet die Auswahlrunde statt - dann kommen wiederum 15 von 60 weiter in die allerletzte Auswahlrunde. Die vier Besten fahren zur internationalen Runde nach Ungarn und bilden dort die deutsche Mannschaft. Natürlich wäre dies etwas ganz Besonders für Sonja, doch sie sagt bescheiden: "Das Wichtigste sind für mich die Freundschaften, die entstehen." Ihre Chemiker-Kollegen trifft sie aber nicht nur beim Wettbewerb, sondern auch im Rahmen von "Studieren ab 16" an der Universität Bielefeld. Seit zwei Jahren studiert sie dort bereits Chemie.
LZ vom 13. Februar 2008