2019

Das schwerelose Ei

Junior Science Olympiade 2019 kreist um die Keimzelle des Lebens

 Von Hajo Gärtner (Text) & Rubina Schirp (Foto)

Ein frisches, rohes Hühner-Ei schwebt im Wasserglas. Allerdings muss man dem Ei die Schwebeflüssigkeit versüßen, mit genau der richtigen Menge Zucker. Darüber hinaus verrät jedes Ei sein Alter durch die Position im Wasserglas. Nun geht's ans Experimentieren: Teelöffel um Teelöffel, bis das Ei schwebt. Eine lösbare Aufgabe. Die nächste aber ist knallhart: »Was würdest du erwarten, wenn du den Versuch mit Salz durchführst?« Gefragt ist eine physikalische Begründung. Ich habe nicht den blassesten Ahnungs-Schimmer, aber ich bin ja auch schon zu alt für diesen Wettbewerb. Er ist gedacht für Schüler im Alter von 9 bis 15 Jahren, die sich besonders für Naturwissenschaften interessieren und über ein Forschertalent verfügen. Jedes Jahr registrieren sich bundesweit rund 4000 Kinder und Jugendliche für den vierstufigen Aufgabenwettbewerb. Gefördert wird er vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Kultusbehörden der Länder. Das Finale der 16. Internationalen JuniorScienceOlympiade findet in Katar statt.

Für die Fauna das Ei eine fundamentale Bedeutung: 95 Prozent der Tiere produzieren Eier, um sich fortzupflanzen. Ein wahrhaft großes Thema. So untersuchten die Jungforscher die Eier von Fisch, Frosch, Vogel und Schildkröte. Wo sind die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede ?

Zurück zum uns vertrauten Hühner-Ei: Das kann man nicht nur essen oder im Wasser schweben lassen, man kann noch eine Menge Versuche damit machen; sogar ein »Flummi-Ei« ist möglich. Auch dafür muss kräftig - und in diesem Fall - aufwändig experimentiert werden. Eines hätte ich aus Erfahrung gewusst: Man kann dadurch, dass man das Ei in Rotation versetzt, feststellen, ob es roh oder gekocht vorliegt. Und selbst die physikalische Erklärung hätte ich parat gehabt: Beim rohen Ei bremst die Flüssigkeit die Rotation, während das gekochte Ei sich wie ein Festkörper verhält und den Drehimpuls gern in Bewegung umsetzt. Aber das war ja jetzt popelig.

Die anderen, viel schwierigeren Aufgaben haben sieben Schülerinnen der NaWi-AG unter Leitung von Markus Wischer (Jahrgangsstufe 7) und Sina Eikens (9s) aus dem NaWi-WPII-Kurs von Rubina Schirp überzeugend hinbekommen. Sina hat es sogar in die zweite Runde geschafft und muss demnächst einen multiple-choice-Test mit Fragen aus den Sachbereichen Biologie, Chemie und Physik bestehen, um dadurch vielleicht die dritte Runde zu erreichen.