Grabbe-Gymnasium Detmold

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2011




Kunstlehrer Frank Jerusalem (rechts) und seine Schülerin Nicole Zimmermann eröffnen die Ausstellung in der Wintergalerie. [Fotos: Marco Schweiger]

Einbringen, was man will

Von Hajo Gärtner

Sie sehen höchst individuell aus, die Kunstwerke, die im Quadratmeter-Format zurzeit an den Wänden der Wintergalerie hängen oder auch stehen, wenn es sich um Skulpturen handelt. Eine rote Linie, die alle Werke miteinander zu einer Ausstellung verbindet, ist schwer auszumachen. ,,Hier kann jeder machen, was er will": Das wäre ein gestalterisches Minimalprinzip, auf dessen Basis eine Ausstellung kein Profil erreichen kann. Deshalb machte Kunstschülerin Nicole Zimmermann die gemeinsamen, tragenden Gedanken deutlich, nach denen die Werke entstanden sind.

Keine Frage: Pop Art lässt grüßen. Die Bilder folgen nicht den Prinzipien geometrischer, abstrakter, geometrischer Kunst in Reinkultur; Gegenstände sind schon zu identifizieren. Aber sie werden nicht in ihren Gebrauchszusammenhängen abgebildet, sondern in neuen Kontexten gestalterisch verfremdet. Mit einem Zug zur Übertreibung, Zuspitzung, Expression.

Als Inspirationsquelle führt Nicole Zimmermann die informelle Malerei an, die in den europäischen Nachkriegsjahren entstanden ist und ihren Ursprung in den 40er und 50er Jahren in Paris hatte. Im Mittelpunkt des Interesses: Karl Otto Götz. Kein Dekor an der Wand, sondern ,,gestische Malerei".  Das Bild will etwas von mir. Es lässt sich auch nicht in der Fläche einsperren, um brav die Farbenlehre wiederzugeben: Nein, Kaffeesatz, Sand, Spachtelmasse geben der Leinwand eine 3D-Struktur, bevor die Farbe zum Zug kommt.

Das Pop-Art-Thema greift auf Malerei und Skulpturen zurück, die in den 50er und 60er Jahren unabhängig voneinander in England und den USA entstanden sind. Hier geht es um Alltagskultur, Konsumgesellschaft, Massenmedien, Werbung: Und immer mit einem gesellschaftskritischen Effee. ,,Wir durften einbringen, was wir wollten", berichtet die Schülerin bei der Ausstellungseröffnung. So probierten sie Spielarten der abstrakten, informellen, gestischen Malerei aus.

Und das Ergebnis? Wie gut sind die Arbeiten geworden? In Geschmacksfragen lässt sich bekanntlich schlecht streiten. Aber Kunstlehrer Frank Jerusalem zeigt sich unter den Fachkriterien seiner Zunft höchst zufrieden. Nach seinem Urteil haben alle Aussteller die Aufgabenstellung ordentlich bewältigt; und einige besonders toll.