Grabbe-Gymnasium Detmold

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2016









Bilder einer Ausstellung

und verblüffende Skulpturen

Von Hajo Gärtner (Text/Fotos)

Vernissage heißt das, wenn Künstler ihre Werke zeigen. Klingt edel, französisch eben. Mit informeller Malerei können manche Betrachter trotzdem nicht viel anfangen: Ist irgendwie ungegenständlich und zu abstrakt. Einige sehen bloß eine Ansammlung von Farbklecksen auf einem Untergrund, der allerdings gut als Bildkonzept zu erkennen ist: ein Rechteck; flach, quadratisch oder hoch. Deshalb erläuterte Philosophie-Schülerin Maren Bunte, worum es dem Leistungskurs Kunst bei den Exponaten in der Wintergalerie gegangen ist. Die Farben hätten einen emotionalen Wert, und wie sie zueinander positioniert sind: Das erzeuge Spannung und Dynamik. Es gehe sogar dreidimensional: Dann werden Bilder zu Skulpturen und man könne sie anfassen.

Klingt konkret. Doch auch diese Objekte gehören in die abstrakte Topographie einer Kunstwelt, die sich von gegenständlicher Bindung weitgehend lossagt. Während die Bilder in ihrer Farbigkeit bestechen, aber aufgrund der abstrakten Formvorgabe bei aller Individualität einen seriellen Eindruck hinterlassen, erscheinen die Skulpturen als radikale Unikate: sehr verschieden in Idee, Material, Zuschnitt und Ausdruck.

Kunstlehrer Frank Jerusalem erläuterte, dass es im Kunstunterricht vor allem um die Entwicklung des ganzen Menschen gehe, um die Entfaltung von Ideenreichtum und individueller Kreativität. Es stehen also weniger die Werke als vielmehr ihre Schöpfer im Mittelpunkt. Weil ihn diese Perspektive immer schon gereizt hat, sei er Lehrer geworden und nicht etwa frei schaffender Künstler, obwohl ihm sein Lehrer genau dies vorausgesagt habe.

Schöpferkraft hin oder her: Jerusalem sprach den Exponaten einen durchaus objektiven ästhetischen Wert zu und ermutigte das zahlreich erschienene Publikum, ein Kunstwerk jetzt preiswert zu erwerben, das vielleicht später mal enorm an Wert gewinnt.

Einen musikalischen Akzent setzte das Vokal-Duo Madita Hörster (Klavier) und Marie Klemme mit zweistimmig perfekt dargebotenen Popsongs.

Natürlich gabs für die Gäste auch Schnittchen und Sektchen, so wie sich das für eine ordentliche Vernissage gehört.