Grabbe-Gymnasium Detmold

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Die Senne

 

Exkursion in ein einzigartiges Biotop

Nationalpark Senne - ein strittiges Thema

Der WP-II-Kurs hat eine Exkursion durchgeführt. Dabei haben wir uns zunächst die Emsquelle
und ihre Umgebung angeschaut. Wir haben gesehen, wie einzigartig und beeindruckend Tier- und
Pflanzenwelt sind. In einer Ausstellung in der Biologischen Station in Bad Lippspringe konnte der Kurs
erfahren, was vor vielen Jahrtausenden in dem Sennegebiet war und wie die Senne strukturiert ist.
Außerdem gab es dort viele Informationen über einen möglichen Nationalpark.

Naturerlebnis Senne

Der WP-II-Kurs Gesellschaftswissenschaften hat sich in den letzten Wochen genauer mit dem Thema
"Senne" auseinandergesetzt und sich mit der Frage beschäftigt, ob dort einmal ein
Nationalpark entstehen soll.

Wie ist die Senne entstanden?

Während der Eiszeiten vor vielen Jahrtausenden zogen große Gletscher über Deutschland. Dabei formten sie große Grundmoränen. Beim Schmelzen der Gletscher floss viel Wasser in die Täler und lagerte dabei große Sandmassen ab. Wegen des kühlen Klimas gab es nur wenig Vegetation und unter dem Einfluss von starken Winden bildeten sich die für die Senne typischen Dünen.



Wie wurde die Senne früher genutzt?

Bis zum 12. Jahrhundert blieb die Senne weitestgehend unbesiedelt, weil sie durch die Sandböden
unfruchtbar war. Dann wurden Wälder durch weidendes Vieh und Holzeinschlag aufgelichtet. Die
Bauern betrieben Plaggenwirtschaft. Hierbei schälten sie die oberste Bodenschicht
einschließlich des Heidekrauts ab und legten sie in die Viehställe. Zusammen mit dem Kot der
Tiere wurden die Plaggen dann auf die Felder aufgebracht und dienten somit als Dünger.
Die meisten Felder der Bauern lagen in der Nähe von Bächen, da so das Wasser durch Gräben
auf die Felder weitergeleitet werden konnte.

Nutzung der Senne heute

Heute wird die Senne als Truppenübungsplatz genutzt. Dieser ist 116 km2 groß und steht unter
britischer Verwaltung. Die militärische Nutzung begann Ende des 19. Jahrhunderts und soll 2020
aufhören. Auf dem Truppenübungsplatz sind etwa 4000 Soldaten an fünf Standorten
stationiert.

Warum die Senne besonders ist:

In der Senne wachsen viele Pflanzen, die auf der Roten Liste stehen. Die Rote Liste zeigt Pflanzen und
Tiere, die im Moment bedroht sind, also nur sehr selten vorkommen. Auch die Tierwelt der
Senne-Landschaft ist sehr bedroht. In der Senne leben etwa 5000 Pflanzen- und Tierarten, davon stehen
901 auf der Roten Liste, wie zum Beispiel die Mondraute, der Wendehals und der Trauermantel.
Die Moore, Fließgewässer, Heiden, Wälder und Grünflächen sind wie
gemacht für die Tiere und Pflanzen der Senne. Die Tier- und Pflanzenwelt kann sich hier fast
ungestört entwickeln.

Wie wird die Senne geschützt?

Die Senne wird bereits jetzt geschützt. Es gibt Führungen, bei denen die Besucher informiert
werden, wie man die Natur schätzen und schützen kann. Außerdem sind auf den
Wanderwegen der Senne viele Schilder errichtet worden, auf denen Informationen zur Senne stehen. Mit
diesem Mittel wird dem Besucher verdeutlicht, wie besonders und einzigartig die Senne ist.

Was bedeutet Nationalpark?

Ein Nationalpark ist ein Gebiet, bei dem der Schutz und die Erhaltung einer einzigartigen
Naturlandschaft in ihrer Ursprünglichkeit erster Stelle steht. Außerdem soll er dem
Menschen auch die Schönheit und Erhabenheit der Natur näher bringen. Auf 75% der Fläche
eines Nationalparks hat der Mensch nicht das Recht, in die Natur einzugreifen.
In Deutschland gibt es zur Zeit 16 Nationalparks.

Warum soll ein Nationalpark kommen?

Die Tiere und Pflanzen können sich in ruhiger Umgebung fortpflanzen. Die Zahl der Lebewesen, die
auf der Roten Liste in der Senne vertreten sind, könnte wieder steigen. Außerdem würde
der Nationalpark bezwecken, dass die Vögel einen ruhigen Nistplatz erhalten. Derzeit werden die
Vögel, die auf den Feldern oder dem Waldboden leben, oft von Hunden attackiert.
Was spricht für/gegen einen Nationalpark?
Es gibt eine Vielzahl von Argumenten für oder gegen einen Nationalpark in der Senne. Die
Fläche der Senne wäre nach dem Abzug der Soldaten beispielsweise auch als Wohn- oder
Industriefläche interessant.
Gegner des Parks sagen, dass Heideflächen ohne das Eingreifen des Menschen (und der Schafherden)
schnell zuwachsen würden und die Senne dann ihre Einzigartigkeit verlieren würde. Auf der
anderen Seite war die Senne auch schon Heide, als der Mensch dort noch nicht war: wild lebende Tiere
hielten die Vegetation klein. Außerdem könnte der Mensch auf einem Viertel der Fläche
weiterhin Heidschnucken grasen lassen und somit die Heide pflegen.
Durch einen Nationalpark gäbe es mehr Tourismus in der Region und damit auch mehr Einnahmen. Der
Nationalpark würde jedoch 10 Millionen Euro kosten.
So ist das Projekt Nationalpark Senne immer noch ein strittiges Thema.