Grabbe-Gymnasium Detmold

Gesamtübersicht Index A - Z
Sie sind hier: > 2020: Fürstin Pauline

2020: Fürstin Pauline

Stellten die Pauline-Ausstellung im Lippischen Landesmuseum vor (von links):  Milena Kempkes, Kuratorin der Ausstellung;  Andreas Trotz (Sparkasse, Vorstandsvorsitzender der Lippischen Museumsgesellschaft), Stephan Prinz zur Lippe (Leihgeber, Kooperationspartner); Jörg Düning-Gast (Verbandsvorsteher des Landesverbands Lippe);  Dr. Michael Zelle (Museumsdirektor). Nicht auf dem Foto:  Dr. Carsten Lüthgens (Vorstand Lippische Landesbrandversicherung). [Foto: Gärtner]

Im Prachtkleid zu Napoleon

Eine Ausstellung zur Fürstin Pauline ist im Lippischen Landesmuseum zu sehen. Der Höhepunkt ist eine Robe, die auf dem Dachboden des Schlosses gefunden wurde.

Von Hajo Gärtner

Detmold. Die Bedeutung der Fürstin Pauline zur Lippe kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie sorgte als Regentin dafür, dass Lippe als Fürstentum unabhängig blieb, als Napoleon daran ging, die europäische Landkarte nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Erfolgreiche Außenpolitik einer in Adelskreisen hervorragend vernetzten Frau, die sich in einer nahezu vollständig von Herrschern dominierten Welt durchzusetzen wusste. Lauter kleine und ein großer Napoleon, der aber eigentlich von seiner Statur her auch recht kompakt geraten war . Den hat sie gewissermaßen ausgetrickst bei seinem Bestreben, sich Länder einzuverleiben und von seinen Verwandten regieren zu lassen. Blut ist dicker als Wasser. Pauline aber verstand sich mit Joséphine, Napoleons Ehefrau und also Kaiserin der Franzosen, ausnehmend gut, und die beiden haben Lippes Unabhängigkeit durchgeboxt. ,,Ein Frauenkungel“, so formulierte Stephan Prinz zur Lippe launig bei der Vorstellung der Pauline-Ausstellung im Lippischen Landesmuseum. Den Deal hätten die Damen in Mainz bei den Rheinbund-Verhandlungen schon in den Stil gestoßen, bevor Pauline später nach Paris gereist ist und sich die Unterschrift Napoleons geholt hat.

Am französischen Hof galt eine strenge Etikette, die natürlich auch das Outfit umfasste. In Paris suchte Pauline daher unter anderem den bekannten Modehändler Leroy auf, der 1804 die opulenten Krönungskostüme Joséphines geschaffen hatte. Bei ihm wollte sie »Staats- und Réprésentations-Kleider« anfertigen lassen. Ihr Prachtexemplar gehorchte höchsten Ansprüchen der aktuellen französischen Hofmode. Nur so konnte frau den Mann Napoleon beeindrucken.

 Das Prunkstück bildet das Zentrum der Ausstellung,  die nun für lange Zeit die Welt der lippischen Fürstin ausleuchten soll. Prinz Stephan steuerte eine Anekdote bei: Seine Mutter habe auf dem Dachboden eine verschnürte Kiste entdeckt mit einer schwer lesbaren Sütterlin-Aufschrift. Die Mutter habe sich ein Herz gefasst und die geheimnisvolle Kiste geöffnet. Und siehe da: Zum Vorschein kam das Prachtkleid in nahezu unversehrtem Zustand.

Aber auch als Innenpolitikerin hat sich Fürstin Pauline einen Namen gemacht. 1802 kreierte sie die erste deutsche Kindertageseinrichtung und kümmerte sich vorrangig um sozial Benachteiligte und Menschen in prekären Lebenssituationen. Gerade wegen ihres sozialen Engagements hat die lippische Regentin in den Geschichtsbüchern Spuren hinterlassen, und heute noch ist sie sehr bekannt und populär. Da nimmt es nicht wunder, dass gewichtige lokale Sponsoren wie der Landesverband Lippe, die Sparkasse und die Lippische Landesbrandversicherung ihre Schatullen geöffnet und die Ausstellung zum 200. Todestag von Fürstin Pauline - lippische Regentin von 1802 bis 1820 - gesponsert haben. 

LZ-Bericht vom 1. Juli 2021

weiter zu:

Wenn Schule und Museum gemeinsame Projekte durchführen, bedeutet das für die Schüler*innen ein neues Umfeld und spannende Objekte zum Anschauen und Anfassen. Im Laufe der letzten Jahre wurden zwischen dem Grabbe-Gymnasium und dem Lippischen Landesmuseum Detmold bereits zahlreiche Aktivitäten durchgeführt. Der Unterricht im Museum bietet andere Herangehensweisen an Themen als in der Schule. Schüler*innen können in der Ausstellung mit allen Sinnen eine andere Welt erforschen, die ihnen in Schulbüchern oder im Klassenraum nicht zur Verfügung stand. Die Kooperation gewährleistet, dass die pädagogischen Programme in enger Abstimmung mit dem Lehrpersonal genau auf den Bedarf der Kinder zugeschnitten werden können. In Unterrichtseinheiten wird den Schüler*innen im Museum Gelegenheit gegeben, direkt an den Exponaten Inhalte zu erarbeiten und Kompetenzen zu entwickeln.

Wenn Schule und Museum gemeinsame Projekte durchführen, bedeutet das für die Schüler*innen ein neues Umfeld und spannende Objekte zum Anschauen und Anfassen. Im Laufe der letzten Jahre wurden zwischen dem Grabbe-Gymnasium und dem Lippischen Landesmuseum Detmold bereits zahlreiche Aktivitäten durchgeführt. Der Unterricht im Museum bietet andere Herangehensweisen an Themen als in der Schule. Schüler*innen können in der Ausstellung mit allen Sinnen eine andere Welt erforschen, die ihnen in Schulbüchern oder im Klassenraum nicht zur Verfügung stand. Die Kooperation gewährleistet, dass die pädagogischen Programme in enger Abstimmung mit dem Lehrpersonal genau auf den Bedarf der Kinder zugeschnitten werden können. In Unterrichtseinheiten wird den Schüler*innen im Museum Gelegenheit gegeben, direkt an den Exponaten Inhalte zu erarbeiten und Kompetenzen zu entwickeln.