Grabbe-Gymnasium Detmold

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Joseph

die Premiere

traumhafte Inszenierung eines traumhaften Musicals

Von Hajo Gärtner

Ich bin begeistert. Was für ein flacher Satz, verglichen mit dem Gipfelsturm der Akteure. Ein Gast aus Hamburg bringt die Bewertung am Ende der Aufführung besser ins Ziel: „Ey, das ist ja echt hammermäßig. Hier stecken Deutschlands Superstars. Meine Nackenhaare haben sich zwischendurch aufgestellt . . .“  Halt, Dieter, lass mal gut sein an dieser Stelle.

Die Joseph-Aufführung ist allererste Sahne; musikalisch, schauspielerisch, tänzerisch, ton- und lichttechnisch, vom animierten Bühnenbild her, Kostüme und Maske, rundum alles. Und sie hat bewegende Spitzen: Wenn Joseph seinen Kummer  - was muss er auch mit der Ehefrau seines Herrn in die Kiste hüpfen? – am Gefängnisgitter der verdunkelten Bühne herausschmettert, dann sehen, hören, ja dann schmecken wir die Pein der gequälten Seele auf ihrem direkten Weg in die Hölle wie Blut auf der Zunge. Ein großartiger emotionaler Moment, in dem die Handlung richtig schön wuchtig breitgetreten wird, so dass auch das abgebrühteste Gemüt im Publikum sich durchgeschüttelt fühlt: Siehe, ein Mensch, dem Unrecht geschieht!

Dabei hat Josephs Leidensgeschichte schon viel früher begonnen: Die eigenen Brüder schaffen ihn aus Eifersucht aus dem Weg, weil er der Liebling des Vaters zu sein scheint. Dieser Anfang ist mit einer Prügelszene drastisch und treffend inszeniert. Joseph stürzt in einen tiefen Abgrund und erklettert dann Stein für Stein das Vertrauen des Gottkönigs. Der Pharao singt am Ende, den Joseph tüchtig herzend: „Wir sind ein tolles Team!“ Josephs unbekümmert  pathetisch inszenierter Gipfelsturm zu  Macht, Einfluss, Reichtum passt zum Anfang wie die Faust aufs Auge. Zwischendurch gibt’s herrliche Zwischenstationen wie den auf Elvis-Art rockenden Pharao und den dazu im arabian style getanzten Rock’n’Roll: barfuß, mit viel Bein und Hüftschwung, langem Hals, rollenden Augen und nach Entenart zuckenden Händen. Toll, toll, toll!

Bevor ich weiterschwärme, wende ich mich jetzt lieber der Produktion von Fotos und Filmen auf der Homepage zu. Bald erscheint eine objektive Beurteilung ja auch im Spiegel der Presse, der ich nicht vorgreifen will und die selbstverständlich auch an dieser Stelle gezeigt wird. Vier kleine Anmerkungen zum Abschluss: