Der Mond als Medizin




Theater-AG der Unterstufe begeistert mit Märchen


Von Lisa Korte

Prinzessin Leonore liegt in ihrem Bett und ist krank. Dem zarten, jungen Mädchen in ihrem rosa glitzerndem Kleid geht es immer schlechter und niemand kann ihr helfen. Nicht einmal der Hofarzt findet eine Lösung.
„Ich will den Mond haben! Wenn ich den Mond haben kann, werde ich auch wieder gesund!“, verkündet Prinzessin Leonore und startet dadurch ein wahres Chaos rund um den königlichen Palast. „Die Prinzessin und der Mond“ ist der Titel des Stückes der Theater-AG der Unterstufe unter der Leitung von Cornelia Prescher.

Prinzessin Leonore läuft schmollend aus dem Zimmer, während ihr Vater, der König, völlig verzweifelt ist. Wie soll er seiner Tochter nur den Mond beschaffen, damit sie wieder gesund wird? Er weiß nicht mehr weiter und ruft nacheinander den Oberhofmarschall, den Hofmathematiker und sogar den Hofzauberer zu sich. Keiner kann ihm helfen, denn statt konstruktive Lösungen anzubieten erklären seine Angestellten ihm lediglich anhand langer Papierlisten, was sie ihm schon alles gezaubert oder errechnet haben. Der König wird wütend, schreit herum und lässt den Narr hervortreten, um ihn aufzuheitern. Der Hofnarr sieht das Leid seines Vorgesetzten und erwägt: „Man könnte doch die Prinzessin fragen, wie sie sich den Mond vorstellt.“ Obwohl der König von dieser Idee nicht begeistert ist, geht der Narr zur kranken Prinzessin und befragt sie. Prinzessin Leonore hat ganz genaue Vorstellungen vom Mond: „Er ist gar nicht so weit entfernt, denn er verfängt sich in dem Baum vor meinem Fenster. Wenn ich meinen Daumennagel vor den Mond halte, bedeckt er ihn gerade.“ So lässt der Narr bei dem Goldschmied einen Mond dieser Größe herstellen. Das einzige Problem: „Wie sollen wir ihr erklären, dass der Mond an ihrer Kette hängt und zugleich im Himmel über dem Haus?“ Leonore selbst weiß eine Antwort: „Wenn ich einen Zahn verliere, wächst an seiner Stelle doch ein neuer, oder nicht? So ist es auch mit dem Mond. Er ist immer wieder neu da.“ Jetzt sind König, Prinzessin und der ganze Hofstaat überglücklich.
Ebenso glücklich sind die jungen Schauspieltalente der Theater-AG der Unterstufe. Fast ein halbes Jahr intensive Probenarbeit haben sie für die Umsetzung dieses Märchens investiert und ihre Freizeit für die Einstudierung genutzt. Herausgekommen ist ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Ein gutes Bühnenbild, passende Live-Musik von zwei jungen Geigerinnen sowie schöne Kostüme und Requisiten spiegeln diese Arbeit. Der lang anhaltende Applaus am Ende gilt jedoch vor allem den Schauspielern, die durch perfekte Textkenntnis, Mimik, Gestik und schauspielerisches Talent ihre künstlerischen Fähigkeiten beweisen. AG-Leiterin Cornelia Prescher freut sich anschließend über einen Blumenstrauß „ihrer“ Schauspieler und ein großes „DANKESCHÖN“.