Grabbe-Gymnasium Detmold

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Eröffnung

Das Baby muss schreien

Neue Präsentationsanlage funktioniert nach erstem Mikrofon-Quietscher vor vollem Haus tadellos

Von Hajo Gärtner (Text & Fotos)

Da zuckt das Publikum gehörig zusammen: Schulleiter Werner Klapproth greift zum Mikrofon und es quietscht ohrenbetäubend. Doch damit ist das Baby gesund auf der Welt: Die neue Soundanlage bringt einen gut verständlichen, satten Klang rüber und der Schulleiter muss sich keine Sorgen machen, dass ihn irgendjemand in der rappelvollen Aula nicht versteht. Um etwas noch Wichtigeres braucht er sich offensichtlich ebenfalls keine Gedanken zu machen: Weil die Besucherzahl am Tag der offenen Tür als Indikator für das Anmeldeverhalten der Viertklässler-Eltern gelten kann, werden wir wohl auch im kommenden Schuljahr genügend Grabbe-Schuleinsteiger haben.  Der Urschrei des Mikrofons ist schnell erklärt: »Wir setzen die neue Präsentationsanlage zum ersten Mal ein«, erläutert Klapproth, nachdem er sich vom ersten Schrecken erholt hat. Also wieder eine Premiere, wie an jedem Tag der offenen Tür, den ich bislang miterlebt habe. Ein kleiner Anfangs-Fehler bei der Aussteuerung, aber dann läuft die Maschine famos: Der Schulleiter liefert dem Publikum auf zwei Dutzend Powerpoint-Folien einen Panoramablick über das Unterrichtsangebot des Grabbe-Gymnasiums. Klangvoll, schön und störungsfrei. So muss Technik.

Die Leistungsstärke der Schule mit ihrem markanten Kunst/Musik/Sport-Profil haben zuvor die jungen Musiker des Sek-I-Orchesters zusammen mit den Kunstturnerinnen demonstriert (Videoclip), später legen die älteren vom Sinfonieorchester (DJO) mit einer Probe für das bevorstehende Konzert nach.

Doch es gibt inzwischen eine zusätzliche Konturlinie: die Naturwissenschaften. Sie sind in der jüngsten Vergangenheit eindrucksvoll nach vorn geprescht, was sich auch in der erfolgreichen Teilnahme an internationalen Wettbewerben zeigt. Deshalb gibt es neben den Profilklassen k (Kunst), m (Musik) und s (Sport) auch eine gn-Einheit (Naturwissenschaften). Und für diesen Profilumfang braucht man eben eine ordentliche Zahl von Fünftklässlern (mehr als 100).

In den Profilfächern finde traditionell Begabungsförderung statt, erläutert der Schulleiter. Dafür sei die Schule bekannt und habe viel Erfahrung. Doch Kinder, die ein Profilfach wie zum Beispiel Musik wählen, sollten schon eine gewisse Begabung mitbringen, betont Klapproth. Über die großartigen Entwicklungen vieler junger Künstler, Musiker und Sportler sei in der Presse viel zu lesen; viele Namen seien weit über Detmold hinaus bekannt. 

Ein wichtiger erster Baustein der Begabungsförderung sei das zweijährige Klassenprojekt in der Erprobungsstufe, führt Klapproth aus. 14-täglich arbeite jedes Kind in einem Klassenprojekt: die jungen Künstler in einer Werkstatt Kunst, die Sportler im Sportprojekt. Im Sportprojekt gehe es besonders um aktuelle Trendsportarten. 

In der gn-Klasse (Naturwissenschaften) begegnen die Fünftklässler einer Forschungswerkstatt, die spannende Themen aus Biologie, Physik und Chemie thematisiert. Die Projekte laufen über zwei Jahre und machen den Schülern nach bisherigen Erfahrungen großen Spaß. 

Nach einem Jahr intensiver Vorbereitung hat sich mit Beginn dieses Schuljahres das Grabbe als erstes Gymnasium in Lippe auf den Weg zur Inklusion gemacht und eine inklusive Lerngruppe zusammengestellt. In der aktuellen Kunstklasse 5k lernen 6 Schüler mit Handicap in einer Lerngruppe von insgesamt 24 Köpfen. Die Klasse hat in fast allen Stunden eine doppelte Lehrerbesetzung aus Gymnasialkraft und Förderschullehrerin, die gemeinsam Unterricht anbieten, zeitweise auch räumlich getrennt in einem abgegrenzten Differenzierungsraum. Schulsozialarbeiter und Schulbegleiter unterstützen die Arbeit der Lehrer. Die anderen Detmolder Gymnasium werden nachziehen müssen, weil alle deutschen Schulen gehalten sind, eine EU-Konvention zur Integration von Schülern mit Behinderungen umzusetzen.

Ganz vorn ist das Grabbe-Gymnasium mit seinem Vertretungskonzept: Es gründet auf rund 1000 vom Kollegium ausgearbeiteten Unterrichtsstunden für den Fall, dass eine Lehrkraft mal ausfällt. Damit sei gewährleistet, dass die Kinder auch im Lehrer-Erkrankungsfall die Lernzeit effektiv nutzen können. Das Grabbe-Konzept werde weithin sehr gelobt, betont Schulleiter Werner Klapproth, von Eltern, Schülern und sogar der Schulaufsicht.

Um die soziale Komponente von Anfang an in den Fokus zu rücken, erhalten die Schüler gleich zu Beginn, in den Klassen 5 und 6 (Erprobungsstufe), wöchentlich eine Förderstunde in Lions-Quest, ein Programm, das Heranwachsende in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit stärken und die Herausbildung intakter Klassengemeinschaften fördern soll. Allen Klassenlehrern der Erprobungsstufe sei dieses Programm vertraut. In den Klassen 7, 8 und 9 (Mittelstufe) gehe es mit Gesundheitserziehung und Suchtprävention, Selbstbehauptungstraining, Besinnungstagen und Medienerziehung weiter in einer Schule, die mit neuen Medien gut ausgestattet sei. In der Oberstufe liegen die Schwerpunkte dann in der Berufsorientierung, unterfüttert mit Kommunikations- und Rhetorik-Training.

Die soziale Komponente prägt sich in der Oberstufe in einem für alle Schüler verbindlichen Sozialpraktikum aus. Zwei Wochen lang arbeiten die Schüler in sozialen Einrichtungen für alte, behinderte und kranke Menschen mit. Einige von ihnen machten dabei »Grenzerfahrungen«, die ein Oberstufenschüler aber durchaus verkraften könne und dabei »wertvolle und prägende Einblicke in soziale Einrichtungen« erhalte.

Der Grabbe-Preis, der nun schon zum dritten Mal vergeben worden ist, zeichne Schüler für »besonderes soziales Engagement und herausragende fachliche Leistungen« auf den Feldern aus, die am Grabbe-Gymnasium im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Die Attraktivität dieser Veranstaltung ist ständig gesteigert worden. Im Frühjahr der Quantensprung: Dann soll die Preisverleihung im Rahmen einer Gala mit vielen herausragenden Talenten der Schule zelebriert werden. 

Engagement für die Schule

Der Förderverein stellt sich der Aufgabe, die Entwicklung der Schule voranzutreiben. Die Umsetzung neuer Ideen muss finanziert werden, und hier sieht der Verein sein Kerngeschäft: die nötigen Gelder zu beschaffen.

Hier die Kontaktdaten =>

 

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