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Ensemble 'Horizonte' besucht Grabbe

Am Mittwoch, den 24.11.2021 durften Schülerinnen und Schüler der 6. - 9. Klasse, der EF und der Q1 des Grabbe-Gymnasiums in die (neuen) Klangwelten NEUER MUSIK eintauchen. Zu Gast war das Detmolder Ensemble Horizonte, welches seit 1990 in variabler Besetzung vor allem zeitgenössische Musik präsentiert.

Beginnend mit Aldo Clementis ETWAS (1997) begann das Ensemble feinfühlig die liegenden Klänge zu schichten. Mal flächig, mal hörte man die einzelnen schwermütig, klagenden Solophrasen der Flöte, der Oboe oder der Klarinette heraus. Das Konzert war überschrieben mit dem Titel MELANCHOLIA und die Schülerinnen und Schüler konnten diese Gefühlsmomente nachempfinden. Als Duo begeisterten dann Mareike Neumann (Violine) und Maria Pache (Viola) Sie spielten Malika Kishinos „Lamento II“ (2014), welches sich im ersten Teil unmittelbar auf das Reaktorunglück in Fukushima bezieht und vergeistigt und verfremdete Kinderlieder im zweiten Teil intoniert, die verstörend und leer wirken. Mit größerem Ensemble folgte „Nebbia“ (2009) des Mailänders Frederico Gardella, in dessen Stück viele Klänge zu hören waren, die durch allerlei spieltechnische Effekte erzeugt wurden. So hörte man das Hauchen der Querflöte und der Altflöte sowie das der Klarinette und der Bassklarinette genauso eindrucksvoll und undurchsichtig wie das flautando der Streicher. Nur ab und an blitzte ein Melodiefetzten auf, der aber genauso schnell auch wieder verschwand.

Es folgte ein Stück des künstlerischen Leiters des Ensemble Horizonte, Jörg-Peter Mittmanns „Lamento“. Ausgehend von geräuschhaften Klängen entwickelte sich das Stück und zitierte Monteverdis „Lamento“ aus dem Orpheus. Wie ein Hauch aus einer anderen Welt, wie ein Museumsgang mutete diese tonale Passage an und durchbrach gekonnt die geräuschhafte Schwermütigkeit. Im Nachgang verriet Jörg-Peter Mittmann, dass er selbst Schüler des Grabbes gewesen sei und die Aula-Eröffnung vor mehr als 30 Jahren musikalisch begleitet habe.

Als letztes Stück des Vormittagskonzertes stand Valerio Sannicandro „Silvae“ (2013) auf dem Programm, geleitet vom Komponisten selbst. Auffallend war die Besetzung mit der Harfe, die Helene Schütz spielte. Auch Dante Montoya mit tiefen Flötentönen auf der Bassflöte und Merve Kazokoglu überzeugten mit weichem Ton. Die Bassregion der Stücke stütze Martina Styppa am Violoncello.

Die Schülerinnen und Schüler waren fasziniert von der Klang- und Geräuschfülle und kamen am Ende des Konzertes mit den Musikern noch ins Gespräch. Feinfühlig und auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler wurde zum Abschied ein Teil des Geigen- und Bratschenduos wiederholt. Wir danken dem Ensemble Horizonte für den Besuch im Grabbe.