Grabbe-Gymnasium Detmold

Gesamtübersicht Index A - Z
Sie sind hier: > Was kann ich wissen? > Quantengeist > Roboterexperiment

Roboterexperiment


Kann Bewusstsein
reale Prozesse beeinflussen?


Es gibt Leute, die behaupten, dass der bloße Wille einen Einfluss hat auf das, was passiert, wenn das zu beeinflussende System extrem fein ausbalanciert ist, so dass allerkleinste Kräfte das Zünglein an der Waage bewegen. Nun bekommt sogar der menschliche Geist eine Chance: nicht direkt, sondern über die Wahrscheinlichkeit. Der britische Biologe Rupert Sheldrake berichtet in seinem Buch ,,Der siebte Sinn der Tiere" (1999) über folgendes Experiment:

Im ersten Teil des Versuchs wurden Küken beim Schlüpfen auf einen Roboter konditioniert, der seinerseits mit einem Zufallsgenerator für seine Steuerung bestückt war. Die Küken so auf einen Roboter zu konditionieren, dass sie ihn für ihre Mutter halten, ist, wie Konrad Lorenz in seinem berühmten Versuch mit den Graugänsen gezeigt hat, sehr einfach: der erste Gegenstand, den die Küken nach dem Schlüpfen als erstes in Bewegung sehen, wird für die Mutter gehalten.

Die hier gezeigte Grafik repräsentiert den zweiten Teil des Experimentes; hier war der Käfig rechts leer und der zufallsgesteuerte Roboter bewegte sich überall in seinem Areal innerhalb der Umrandung. Die Linien entsprechen den Fahrwegen, die der Roboter zurücklegte.

Beim dritten Teil des Experimentes wurden die Küken, die den Roboter für ihre Mutter hielten, rechts in den Käfig gesetzt. Wie an den Linien erkennbar, reichte das Bewusstsein der Ein-Tages-Küken (!) mit der Annahme, dass es sich beim Roboter um ihre Mutter handelt, aus, um den zufallsgesteuerten Roboter nunmehr immer in der Nähe ihres Käfigs zu halten. Dieser sensationelle Versuch gibt zu denken, denn Ein-Tages-Küken wissen weder, was ein Roboter, noch was ein Zufallsgenerator ist, noch wie dieser Generator die Rechts-links-Bewegungen des Roboters auslöst. Es ist also der unbewusste Wunsch, die Erwartung der Küken, die den Roboter steuert.

Sheldrake berichtet über ein Experiment, dass  René Peoc’h 1995 durchgeführt hat. Er setzte  80 Gruppen zu je 15 Küken in einen Käfig in einen dunklen Raum, wo sich auch ein Roboter mit einer Lichtquelle befand, dessen Bewegungen im Raum wiederum durch einen Zufallsgenerator gesteuert wurden. Basierend auf der Annahme, dass die Küken Licht bevorzugen würden, glaubte Peoc’h, dass der Roboter sich bei Anwesenheit der Küken länger in dem Teil des Raumes aufhalten würde, in dem diese gehalten wurden. Und tatsächlich zeigte der Roboter eine überzufällige „Bevorzugung“ des mit den Küken besetzten Raumteiles, wenn diese im Raum waren (in 57 von 80 Durchgängen, also in 71% der Fälle), andernfalls verhielt er sich dem Zufall entsprechend. (vgl. Peoc’h, 1995)

Das Gegenteil geht scheinbar auch, nämlich den zufallsgesteuerten Roboter wegzudrängen. 

Um dies zu testen, wurde in einem Schlaflabor ein Bett eingerichtet, neben dem der bewegliche Roboter in einem ca. zwei Quadratmeter großen Laufstall platziert wurde. Dieser Roboter hatte die „Unart“, dass er störende Geräusche von sich gab. Von diesen sollte sich eine Testperson unbewusst im Schlaf gestört fühlen.

Führte man das Experiment – ohne Testperson – durch, so erhielt man die zufälligen Laufspuren:



Das Ergebnis war jedoch verblüffend, als die Testperson anwesend war:

Die aufgezeichneten Laufbewegungen des Roboters ergaben, dass er sich fast ausschließlich in der vom Bett am weitest entfernten Ecke aufhielt. Die Versuchsperson hat ihn somit im Schlaf, also ohne Wachbewusstsein, von sich weggelenkt:

Aber Vorsicht: Wie repräsentativ die Versuche gewesen sind und ob die Fallzahlen für eine statistische Deutung ausreichen, vermag ich nicht zu beurteilen [HJG]. Allerdings streitet meines Wissens niemand ab, dass diese Versuche so stattgefunden haben wie beschrieben und mit eben den aufgezeichneten Effekten.